Systemische Erkrankungen

Chronisch-entzündliche Parodontalerkrankungen sind nicht auf die Mundhöhle beschränkt – sie können Gesundheitsrisiken für den gesamten Körper darstellen

aMMP-8 als Gradmesser für Silent Inflammations

Parodontitis und systemische Wechselwirkungen

Chronisch-entzündliche Parodontalerkrankungen sind keineswegs auf die Mundhöhle allein beschränkt – sie können ernstzunehmende Gesundheitsrisiken darstellen. Zahlreiche Studien liefern zunehmend Hinweise auf die systemischen Zusammenhänge zwischen Parodontitis und allgemeinem Gesundheitszustand.

Besonders gut wurde die Verknüpfung von Parodontitis und Diabetes mellitus untersucht. Zwischen diesen beiden weit verbreiteten Erkrankungen besteht eine bidirektionale negative Beziehung. Bei Diabetikern ist das Parodontitisrisiko dreimal höher als bei Nichtdiabetikern.

Umgekehrt beeinträchtigt eine manifeste Parodontitis den Stoffwechsel von Diabetikern und erhöht damit das Risiko von Diabetes-assoziierten Komplikationen.

Darüber hinaus zeigen Beobachtungsstudien, dass Menschen, die an einer Parodontitis leiden, ein signifikant höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Myokardinfarkt (Herzinfarkt) tragen. Zahlreiche Studien liefern Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Parodontalerkrankungen und Krebs, rheumatoider Arthritis, Osteoporose, chronischen Atemwegserkrankungen, sowie unterschiedlichen Belastungen für gesunde Menschen, u.a. Senioren, Rauchern und Frauen mit Kinderwunsch.

Einige systemische Krankheiten die mit oralen Entzündungen assoziiert sein können

  • Diabetes
  • Frühgeburtlichkeit und niedriges Geburtsgewicht
  • Entzündungen an Implantaten und Endoprothesen
  • Haut- und Gewebeerkrankungen
  • Osteoporose
  • Erkrankung der Atemwege und chronische Lungenerkrankungen
  • Rheumatoide, Arthritis
  • Endokarditis und kardiovaskuläre Erkrankungen

Zu den Risikofaktoren, die orale Entzündungen fördern können, gehören 

  • Genetische Prädisposition
  • Höheres Lebensalter
  • Erkrankungen, z.B. Diabetes mellitus, HIV, Leukämien
  • Hormonelle Einflüsse, z.B. Pubertät, Schwangerschaft, Menopause
  • Umwelt-Faktoren, z.B. Rauchen, Alkohol, Stress, Übergewicht, mangelhafte Mundhygiene
  • Medikamente, z.B. Kontrazeptiva, Kalziumantagonisten, Antiepileptika, Immunsuppressiva

Interdisziplinäre Diagnostik und Zusammenarbeit

aMMP-8 das Bindeglied zwischen parodontalen-

und systemischen Erkrankungen

Matrix-Metalloproteinasen (MMP) kommen überall in menschlichen Geweben vor. Die Enzyme erfüllen wichtige Aufgaben bei physiologischen Auf- und Umbauprozessen, z.B. bei der Wundheilung, indem sie den Abbau von Kollagenen und Elastin in der Haut katalysieren. Auch bei zahlreichen pathologischen Vorgängen sind MMP beteiligt, u.a. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis, Tumoren und Parodontitis.

Die körpereigene Matrix-Metalloproteinase-8 (MMP-8) und ihre Freisetzung werden durch parodontale Bakterien induziert. In der aktiven Form gilt aMMP-8 als eine der wichtigsten destruktiven Enzyme bei Parodontalerkrankungen. Sie ist als einziges Enzym der MMP-Familie in der Lage, sowohl Typ-I- als auch Typ-III-Kollagen zu spalten und für den Abbau des dreidimensionalen Kollagennetzwerks des Parodontiums verantwortlich. aMMP-8 ist in hohem Maße mit der Schwere der parodontalen Entzündung assoziiert und somit bei der Parodontitis und Periimplantitis als früher Biomarker zu sehen.

Neuere Studien zeigen einen Zusammenhang von aMMP-8 mit dem Auftreten systemischer Erkrankungen: So ist die MMP-8-Serumkonzentration assoziiert mit dem Risiko für koronare Ereignisse, Herzinfarkt und Mortalität (Kormi 2017). Es gibt Hinweise auf eine Korrelation der MMP-8-Konzentration mit der Prognose bei Darmkrebs (Böckelman et al. 2018) und bei Magenkrebs (Laitinen et al. 20018).

Möglicherweise kann aMMP-8 als Biomarker für die Risikobeurteilung systemischer Erkrankungen herangezogen werden. 

Vor diesem Hintergrund können Verfahren zur Früherkennung und Diagnose von Parodontalerkrankungen, die auf eine geeignete Behandlung hinauslaufen, bei der Senkung des systemischen Gesundheitsrisiken eine bedeutende Rolle zukommen.

Gesunder Mund – Gesunder Körper

aMMP-8 zur Früherkennung und Progressionsmessung

Mit den aMMP-8-Testsystemen von Dentognostics kann die aMMP-Konzentration im Speichel bzw. in der Sulkusflüssigkeit (GCF/PISF) qualitativ oder quantitativ bestimmt werden. Auf diese Weise ist es möglich, parodontalen, kollagenolytischen Gewebeabbau nachzuweisen, selbst wenn noch keine Anzeichen dafür im Röntgen oder bei der Sondierung (Bleeding on Probing; BOP) erkennbar sind. So lässt sich der dynamische Prozess der aktiven parodontalen Degeneration (APD) belegen und – was noch interessanter ist – die zukünftige Entwicklung und das Progressionsrisiko prognostizieren (Sorsa et al. 2010, 2016, 2018).

Erfahren Sie mehr über den Einsatz der aMMP-8-Testsysteme PerioSafe PRO DRS und PerioSafe DR in der Diabetologie, Gynäkologie, Kardiologie, Onkologie, Pneumologie und Rheumatologie & Orthopädie.

Ich bin neu hier und interessiere mich für das Thema Prävention

Zugang anfordern

Möchten Sie Teil des Inner-Circles des PerioPrevention Networks werden? Dort finden Sie alle wesentlichen Informationen, Education-Videos und den wissenschaftlichen Hintergrund für die Zertifizierung Ihre Praxis zum zertifizierten Kompetenzzentrum für molekulare Präventionsdiagnostik, Zahnerhalt, Implantatschutz und interdisziplinäres Gesundheitsoptimierung zu machen.


Jetzt zum PerioPrevention Center werden und das PPC-Gütesiegel für Ihre Praxis erhalten

Das PPC Gütesiegel (Perio Prevention & Oral Anti Aging Center) ist das Qualitätsmerkmal für besonders präventionsorientierte Zahnarztpraxen, die über eine Zertifizierung im Bereich der immunologischen Diagnostiktechnologie verfügen. Mehr als 300 PPCs in ganz Europa nutzen die modernste Speichel-Diagnostik-Technologie, um den Zahnerhalt, Implantatschutz und die Bewahrung der allgemeinen Gesundheit bestmöglich sicherzustellen.